• Hohensolms | Großaltenstädten (LDK)

  • Länge: 11.1 km

  • Höhenmeter: 239 m

  • Dauer: 2,5 – 3 h

  • Natur  | Ausblicke  | Kultur/Historie 

  • Parken: 35644 Hohenahr-Hohensolms | Parkplatz am Altenberg (Höhenweg)

  • Startpunkt: Schlosspark Hohensolms

  • Einkehrmöglichkeiten: –

  • Wegbegleiter: Lisa | Severin | Janine | Milow

  • Erwandert: Februar 2019

Weitblicke und zwei Burgen

Die Extratour Zweiburgentour liegt am Schnittpunkt der Naturräume Niederweidbacher Becken und Krofdorf-Königsberger Forst im Gladenbacher Bergland und verdankt ihren Namen den beiden Burgen Hohensolms sowie Alt-Hohensolms.

Vom Wanderportal am Schlosspark Auf dem Hals wandern wir zunächst über das offene Feld in östliche Richtung, wobei sich der Dünsberg mit seinem Fernmeldeturm vor uns erhebt. Anschließend führt uns die Extratour Zweiburgentour auf der Gemarkungsgrenze zwischen Hohensolms und Königsberg in Richtung Süden. Nachdem wir die L 3474 gequert haben, geht es auf einem Forstwirtschaftsweg zu einem tollen Aussichtspunkt, wo sich uns ein Ausblick auf den Dünsberg, die Vetzburg und das Gießener Becken eröffnet.

Nun geht es auf den Altenberg (442 m). Über einen schön angelegten Waldpfad erreichen wir den Standort der ehemaligen Burg Alt-Hohensolms. Aus den Steinen der einstigen Burg wurde der Aussichtsturm auf dem Altenberg errichtet, der uns zum ersten Mal den Blick auf die Burg Hohensolms auf dem Ramsberg (435 m) ermöglicht.

Es geht nun weiter in Richtung Westen. Nachdem wir die L 3053 gequert haben, geht es über den Parkplatz am Altenberg  am Waldrand entlang an mehreren Windrädern vorbei. Dabei bietet sich uns immer wieder ein toller Blick auf das Lahn-Dill-Bergland und Hohensolms mit seiner gleichnamigen Burg.

Unterhalb des Eichelsberg (410 m) wandern wir anschließend an einem kleinen Bach entlang durch den Wald bis zum westlichsten Punkt der Extratour. Ab hier geht es nun wieder über das offene Feld nordwärts in Richtung Großaltenstädten. Im Hintergrund erkennt man zudem Niederweidbach mit seiner markanten Marienkirche. Wir passieren die beiden Mühlen Pfeffer- sowie Lohmühle und wandern über einen Pfad am Steilhang des Stadterbachs entlang zum Freibad Großaltenstädten. Anschließend geht es südlich des Ortes durch ein Seitental wieder zurück in Richtung Hohensolms. Nachdem wir den Anstieg über das offene Feld bewältigt haben, queren wir erneut die L 3053 und blicken zurück auf das im Tal liegenden Großaltenstädten. Die Extratour führt uns zum Schluss durch den historischen Kern von Hohensolms, an der Jugendburg auf dem Ramsberg vorbei und durch den Schlosspark zurück zu unserem Ausgangspunkt am Wanderportal.

Fazit

Die Extratour Zweiburgentour führt zu großen Teilen durch Offenland und ermöglicht deshalb immer wieder weite Aussichten über das Lahn-Dill-Bergland auf Burg Hohensolms und bis ins Gießener sowie Niederweidbacher Becken. Die teils langweilige Wegeführung und die vergleichsweise lauten Windräder hinterlassen aber trotz hohem Naturweganteil einen nicht nur positiven Eindruck.

  • Bewertung

  • Schwierigkeit: leicht

  • Wege:
    + hoher Naturweganteil
    – hoher Anteil leicht befestigter Wege

  • Highlights: Altenberg | Burg Hohensolms

  • Höhenangst: Abschnitt Stadterbach (Pfad im Steilhang) → Weg am Bach entlang folgen

  • Hund: ja

  • Beste Jahreszeit: ganzjährig – außer bei Schnee und Eis

Wissenswertes

Der Naturraum Niederweidbacher Becken (auch als Hohenahr bekannt) ist eine hügelige Talmulde im südlichen Zentrum des Gladenbacher Berglandes und umfasst das Einzugsgebiet des Aar-Oberlaufs sowie den Aartalsee. Das Becken verfügt in seinem Zentrum mit Ausnahme des Bergwaldes über keine eigenständigen Erhebungen. Diese befinden sich vor allem an der östlichen Nahtstelle zum Salzbödetal. Allerdings überragen diese Erhebungen die Tahlsohlen nicht mehr als 100 m.

Der Naturraum Krofdorf-Königsberger Forst im Übergangsbereich von Gladenbacher Bergland und Gießener Becken.  Im Osten beinhaltet er das große zusammenhängende Waldgebiet des Krofdorfer Forstes, an den sich der 498 m hohen Dünsberg, die höchste Erhebung des Naturraums, westlich anschließt.

Der 498 m hohe Dünsberg bei Fellingshausen bildet eine inselartige Erhebung (Singularität) im ansonsten flachwelligen Naturraum Krofdorf-Königsberger Forst. Der kegelförmige Berg besteht überwiegend aus Kieselschiefer (Radiolarit), das vor 360 – 300 Mio. Jahren im Karbon entstand.

Auf dem Südhang des Dünsberg befinden sich Grabhügel mit Funden aus dem Neolithikum und der Bronzezeit, was eine Besiedlung bereits in der vorkeltischen Epoche wahrscheinlich. Systematische Befestigungen sind seit der Urnenfeldzeit (8. Jh. v. Chr.) nachweisbar.

Auf dem Berg befindet sich eine keltische Ringwallanlage, die während der La-Tène-Zeit (ca. 3. Jh. v. Chr.) ihre Blütezeit erlebte. Nach dem Ende der Keltensiedlung wurde der Dünsberg aufgrund seiner strategisch günstigen Lage weiter als befestigter Ort genutzt. So werden Funde am Osthang als Reste einer alamannischen Burg des 4. oder 5. Jh. angesehen.

Am Dünsberg befand sich vermutlich ein frühgeschichtlicher Höhenweg, der auf der Lahn-Dill-Wasserscheide zur Angelburg, einem Kreuzungspunkt bedeutsamer Fernhandelswege, führte.

Während des Siebenjährigen Krieges errichteten französische Truppen  1759 oder 1761 eine Schanze auf dem Dünsberg.

Auf dem Gipfel des Dünsberg steht der 1899 errichtete, gemauerte Aussichtsturm Dünsbergturm mit daran angegliederter Gaststätte. Der ursprünglich 14 m hohe Turm wurde 1934 um 4 m erhöht und zum Schutz mit einer Haube versehen. 1987 folgte eine weitere Erhöhung auf 24 m.

Zudem wurde von 1964 bis 1966 ein Stahlgitterturm auf dem Berg erbaut, der in den 70er Jahren von der Deutschen Bundespost durch den 108 m hohen Fernmeldeturm Dünsberg ersetzt wurde.

Die Burg Altensolms ist eine abgegangene Höhenburg auf dem 442 m hohen Altenberg und wurde nach 1257 oder um 1321 als Trutzburg zum Schutz vor der Burg Königsberg errichtet. Dadurch konnte der Handelsverkehr nördlich von Wetzlar kontrolliert werden, da in ihrer unmittelbaren Nähe mehrere Fernhandelswege zusammentrafen. Aufgrund von Überfällen auf Kaufleute durch Solmser Burgmannen kam es zu langjährigen Auseinandersetzungen, in deren Folge die Burg Altensolms 1349 zerstört wurde. Kaiser Karl IV. verbot anschließend den Wiederaufbau der Burg. Um das Verbot zu umgehen, wurde um 1350 die Burg Hohensolms rund 2 km weiter nördlich auf dem Ramsberg erbaut.

Heute sind von der Burg Altensolms nur noch Reste der Wall- und Grabenanlagen vorhanden. Aus den Steinen der ehemaligen Burg wurde in den 1830er Jahren ein etwa 6 m hoher Aussichtsturm errichtet, der noch heute bestiegen werden kann.

Die Burg Hohensolms ist eine Höhenburg auf dem rund 430 m hohen Ramsberg in dem gleichnamigen Hohenahrer Ortsteil.

Die Burg wurde um 1350 erbaut und ersetzte die 1349 zerstörte Burg Altensolms, die rund 2 km weiter südlich auf dem Altenberg lag. In weiteren Auseinandersetzungen mit der Reichsstadt Wetzlar wurde Burg Hohensolms 1356 und 1363 teilweise zerstört. Die Anlage wurde vermutlich Anfang des 16. Jh. schlossartig ausgebaut und der größte Teil des heutigen Hauptgebäudes entstand.

Besonderen Stellenwert hat das dem einstigen Palas vorgelagerte Treppenhaus mit seiner Holztreppe aus dem 18. Jahrhundert. Bei dieser Konstruktion mit ihrer reich geschnitzten Brüstung handelt es sich um eine der ältesten freitragenden Holztreppen dieser Größenordnung überhaupt.

Der Hohenahrer Ortsteil Hohensolms liegt auf einem Hochplateau im südlichen Teil des Lahn-Dill-Berglands inmitten einer typischen Mittelgebirgslandschaft.

Die Siedlung entwickelte sich wohl um 1350 gleichzeitig mit der Errichtung der Burg Hohensolms. Der Ort besaß mit dem Marktrecht sowie einer eigenen Gerichtsbarkeit schon früh partielle Stadtrechte. Eine wichtige Rolle spielte auch der schon seit dem 16. Jh. stattfindende Wollmarkt, der alljährlich in Juni abgehalten wurde und zeitweise ein Volksfest von überregionaler Bedeutung war.