Die Tektonik des Oberrheingrabens, die sich am östlichen Rand des Rheinischen Schiefergebirges bis in das Obere Weserbergland fortsetzt, bildete in der sog. Hessischen Senke das Westhessische Berg- und Senkenland aus. Dabei erreichen die Höhenzüge nicht die Gipfelhöhen der sich westliche und östlich anschließenden Höhenzüge.

Der Vordere Vogelsberg bildet mit dem Gießener Becken (348.1) den Südteil des Westhessischen Berg- und Senkenlandes. Zwischen Gießener und Amöneburger Becken und dem zur lang gezogenen Westhessischen Senke erweiterten Kasseler Becken im Norden liegt die mit dem Kellerwald orographisch verbundene Oberhessische Schwelle, die die Hauptwasserscheide zwischen Rhein und Weser aus dem Sauerland durch die Hessische Senke hindurch zu Vogelsberg und Rhön hinüberleitet.

Die vielen Senken führten im Westhessischen Berg- und Senkenland zu einer Ausbildung von Lößböden. Deshalb herrschen hier Ackerlandschaften vor.

Burgwald

Der Burgwald ist ein hufeisenförmig im Wesentlichen zur Lahn entwässerndes ausgedehntes Buntsandsteinplateau, das eine maximale Höhe von 443 m ü. NN erreicht.

Dabei sind die Hochflächen aufgrund der nährstoffarmen Böden des mittleren Buntsandsteins fast komplett bewaldet und bilden eines der größten geschlossenen Waldgebiete Hessens.

Die am Westrand des eigentlichen Burgwaldes verlaufende Wetschaft-Senke erlaubt auf den stellenweise mit Lößlehm vermengten nährstoffreicheren Böden einen intensiven Ackerbau. Das östlich des eigentlichen Burgwaldes verlaufende Wohratal mit dem im oberen Teil einmündenden Schweinfetal zeigt ebenfalls ausgedehnte ackerbauliche Nutzung.

Der Burgwald ist ein floristisch bemerkenswert reichhaltiges Gebiet, das aus der standörtlichen Mannigfaltigkeit extrem trockener Buntsandsteinböden mit Heideresten bis zu moorigen Standorten über stauenden Schichten reicht.

Durch seine Lage im Windschatten des Rothaargebirges, ist es im Burgwald deutlich kälter und trockener als in den umliegenden Regionen.