• Nickenich

  • Länge: 16 km

  • Höhenmeter: 594 m

  • Dauer: 3,5 – 4 h

  • Ausblicke  | Kultur/Historie  | Geologie

  • Parken: 56645 Nickenich | Parkplatz am Tumulus (Laacher Straße)

  • Startpunkt: Parkplatz am Tumulus

  • Einkehrmöglichkeiten: –

  • Wegbegleiter: –

  • Erwandert: Juni 2016

Blubberblasen

Ich mache mich heute alleine auf den Weg nach Nickenich, um den Traumpfad Pellenzer Seepfad zu erwandern. Leider ist es etwas diesig, wodurch Fernsichten heute ausfallen.

Der Weg beginnt direkt am Nickenicher Tumulus, umrundet zunächst ein kleines Tal und steigt dann kurz an, um auf einem Schotterweg den Hang entlang oberhalb von Nickenich herzuführen. Dabei hat man auf der einen Seite einen Blick auf die Schwarze Wand, eine Aschewand, die der Laacher-See-Vulkan vor 13.000. Jahren hinterlassen hat, und auf der anderen Seite einen weiträumigen Blick auf Nickenich. Der Weg verläuft zumeist wellenartig auf und ab, bis man leicht abwärts an den Rand des Tagebaus am Eppelsberg kommt. Durch Mischwald und über Forstwege gelangt man nach insgesamt 3,5 km an den Rastplatz am Krufter Waldsee. Zunächst geht es auf einem Waldweg links oberhalb des Sees vorbei, bis der Weg einen Knick nach links macht und mäßig ansteigt. Nachdem ich wieder auf einen Forstweg komme, geht es zunächst nach rechts. Nach ca. 75 m geht es links steil hinauf entlang einer Felsnische, abgesichert durch Holzgeländer. Der Wegebetreiber kennzeichnet diesen Abschnitt als alpines Teilstück und hat deswegen auch eine einfachere 2 km lange Alternativroute ausgewiesen. Allerdings muss ich ehrlicherweise sagen, dass solche Passagen für die Traumpfade zwar selten, aber auf den Traumschleifen ganz normaler Standard sind.

Beide Wege treffen sich wieder auf dem Felsvorsprung Teufelskanzel. Leider lässt das Wetter keine Fernblicke zu und so ziehe ich nach einer kurzen Verschnaufpause weiter am Hang des Krufter Ofens, einem Basaltschlackenvulkan, entlang.

Nun führt mich ein relativ langer und monotoner Forstweg durch Buchenwald zum Laacher See. Je näher ich ihm komme, desto mehr Menschen begegne ich. Selbst bei diesem Wetter sind der See und das Kloster Maria Laach noch von Touristen belagert. Der Traumpfad verläuft auf der Ostseite über die sogenannte Laacher Wanderautobahn. Aufgrund von Kommentaren, die ich im Vorhinein gelesen habe, weiche ich sobald es möglich ist, auf die Pfade links ab, um am Seeufer entlang zu gehen und die Mofetten zu bestaunen. Man kann sie auch eigentlich nicht verfehlen, denn ihr Schwefelgeruch verrät sie schon von weitem. Irgendwann kommt man automatisch wieder auf den eigentlichen Weg.

Alsbald biegt der Traumpfad auch wieder rechts ab und ein Pfad steigt steil nach oben. Nun bin ich wieder alleine auf weiter Flur und mache nach dem kurzen steilen Anstieg erst mal Pause in der Schutzhütte, denn die eigentlichen Herausforderungen der Tour habe ich jetzt hinter mir. Anschließend führen Forstwege zunächst durch Mischwald und dann am Hang des Hummerich entlang zurück in Richtung Nickenich. Das Wetter hat sich etwas gebessert und so kann ich das Siebengebirge in der Ferne zumindest erahnen. Entlang des Waldrands geht es in einem Bogen an der Nickenicher Grillhütte und um die Tennisanlage wieder zurück zum Nickenicher Tumulus.

Fazit

Alles in allem ist der Traumpfad Pellenzer Seepfad eine gute Tour, die auch nicht so schwer ist, wie das Höhenprofil vermuten lässt. Wenn man die beiden steilen Anstieg außen vor lässt, ist es sogar eine relativ einfache Strecke. Einen Minuspunkt gibt es für die Wegeführung, denn die allermeiste Zeit ist man auf breiten Forst- oder Schotterwegen unterwegs.

  • Bewertung

  • Schwierigkeit: schwer

  • Wege:
    – geringer Naturweganteil
    – Wanderautobahn am Laacher See

  • Highlights: Nickenicher Tumulus | Teufelskanzel | Panoramablicke ins Siebengebirge und die Pellenz | Laacher See und Mofetten

  • Höhenangst: im Uhrzeigersinn gehen und alternative Streckenführung an der Teufelskanzel nutzen

  • Hund: ja

  • Beste Jahreszeit: ganzjährig – außer bei Schnee und Eis

Wissenswertes

Der Nickenicher Tumulus ist ein Ehrenzeichen für vier Tote aus dem 1. – 3. Jh., das ausschließlich der Erinnerung dient und keine sterblichen Überreste enthält (= gallorömisches Kenotaph). Das Hügelgrab ist eine runde Erdaufschüttung mit Quadersteinen aus Tuffsteinen aus dem nahe gelegenen Römerbergwerk Meurin. Das Innere des Rundbaus war mit Lavagestein verfüllt.

Bei Ausgrabungen 1931 waren insgesamt noch etwa 70% der ursprünglichen Bausubstanz des Rundbaus vorhanden, so dass sich der Tumulus mit einer Höhe von 2,5 m rekonstruieren ließ.

Der Laacher See ist der größte See in Rheinland-Pfalz. Er ist vollständig von einem durchschnittlich 125 m hohen Wall umgeben und weist eine Tiefe von 51 m auf.

Der Laacher See ist geologisch gesehen eine wassergefüllte Caldera, ein rundes Becken, das durch das Absacken der Decke der entleerten Magmakammer unterhalb des Vulkans entstanden ist. Der Laacher Vulkan brach zuletzt 11.000 v. Chr. aus und schuf diese Caldera. Spuren der vulkanischen Aktivität finden sich noch heute in Form von aufsteigendem Kohlenstoffdioxid (Mofetten) in der südöstlichen Uferzone des Sees.